Als erste Werkstatt im Ennepe-Ruhr-Kreis hat die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen des FRAUENHEIM WENGERN einen Qualifizierungsbaustein für die berufliche Bildung bestätigen lassen. Das schafft neue Möglichkeiten, berufliche Kompetenzen sichtbar zu machen und individuelle Perspektiven zu stärken.
Ein wichtiger Schritt für die berufliche Bildung: Die Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) des FRAUENHEIM WENGERN in Trägerschaft der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen e. V. (EFHiW) hat als erste Werkstatt im Ennepe-Ruhr-Kreis einen Qualifizierungsbaustein zertifizieren lassen. Bestätigt wurde durch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in Münster das Qualifizierungsbild „Grundlagen der Rinderhaltung – Rinderversorgung, -pflege und -beobachtung“.
Der bestätigte Qualifizierungsbaustein umfasst 250 Stunden und vermittelt grundlegende Kenntnisse und praktische Fertigkeiten für die Arbeit mit Rindern. Dazu gehören die Versorgung und Pflege der Tiere, die Beobachtung ihres Verhaltens und Gesundheitszustands, die Beurteilung von Futtermitteln sowie die Reinigung von Stallungen. Auch Tierwohl, Hygiene und Arbeits- und Gesundheitsschutz sind feste Bestandteile der Qualifizierung. Ziel ist es, wiederkehrende Tätigkeiten in der Rinderhaltung fachgerecht, sicher und tiergerecht auszuführen – selbstständig oder mit der jeweils erforderlichen Unterstützung.
Berufliche Kompetenzen sichtbar machen
Die Bestätigung ist mehr als ein formaler Nachweis. Sie schafft einen verbindlichen Rahmen für die Vermittlung beruflicher Fähigkeiten und macht Lernerfolge nachvollziehbar. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein Zeugnis, dem eine Abschrift des bestätigten Qualifizierungsbildes beigefügt wird. Damit verfügen sie über einen offiziellen Nachweis der erworbenen Kompetenzen, der auch für weitere berufliche Schritte und mögliche Übergänge auf den allgemeinen Arbeitsmarkt von Bedeutung sein kann.
Qualifizierungsbausteine orientieren sich an den Ausbildungsrahmenplänen anerkannter Ausbildungsberufe. Sie legen Lerninhalte, Qualifizierungsziele und den zeitlichen Umfang fest und sehen eine Überprüfung der erworbenen Fähigkeiten vor. Gleichzeitig bleibt die konkrete Gestaltung der Lernprozesse flexibel: Sie kann an die individuellen Fähigkeiten, das persönliche Lerntempo und den Unterstützungsbedarf der Teilnehmenden angepasst werden. So wird berufliche Bildung praxisnah, personenzentriert und möglichst barrierearm gestaltet.
Die Grundlage dafür bildet das überarbeitete Fachkonzept für Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich der Bundesagentur für Arbeit, das seit dem 1. Januar 2026 gilt. Es sieht vor, die Vermittlung beruflicher Grundlagen überwiegend auf der Basis von Qualifizierungsbausteinen zu gestalten. Für die berufliche Bildung im FRAUENHEIM WENGERN ist der nun bestätigte Baustein deshalb zugleich Auftakt und wichtiger Entwicklungsschritt: Insgesamt sind 30 Qualifizierungsbausteine vorgesehen.
Ein Auftakt mit Signalwirkung
Die Bundesagentur für Arbeit würdigte bei einem persönlichen Gespräch vor Ort die Entwicklungen und Fortschritte in der beruflichen Bildung des FRAUENHEIM WENGERN mit großer Anerkennung. Die Bestätigung des ersten Qualifizierungsbausteins zeigt, wie sich fachliche Qualitätsentwicklung und individuelle Förderung miteinander verbinden lassen.
Ein besonderer Dank gilt René-Marcel Kreutz und Viktoria Atar, die die Erarbeitung des Qualifizierungsbausteins maßgeblich vorangetrieben und diesen Erfolg ermöglicht haben. Jens Becker leitet den Bereich Teilhabe am Arbeitsleben im FRAUENHEIM WENGERN.
Mit der Bestätigung unterstreicht das FRAUENHEIM WENGERN den Anspruch, Menschen mit Unterstützungsbedarf berufliche Entwicklung zu ermöglichen, ihre Fähigkeiten anzuerkennen und ihre Teilhabe am Arbeitsleben zu stärken. Der erste bestätigte Qualifizierungsbaustein ist dafür ein konkreter Meilenstein – und der Beginn eines umfassenderen Ausbaus der beruflichen Bildungsangebote.