Ende Februar endete für Ingrid Backhaus ein bedeutender Lebensabschnitt – ihr letzter Arbeitstag im FRAUENHEIM WENGERN. In einem persönlichen und zugleich würdevollen Rahmen wurde sie im „Wohnzimmer“ verabschiedet, begleitet von Führungskräften und Wegbegleiterinnen, die ihren beruflichen Weg über viele Jahre geprägt und begleitet haben. Pfarrerin Birgit Reiche schenkte ihr zum Übergang in den neuen Lebensabschnitt einen Segen, der diesen Moment besonders einbettet.
Ingrid Backhaus hat den Bereich Wohnen am Böllberg nachhaltig gestaltet. Ihre berufliche Haltung lässt sich in drei Worten zusammenfassen: gestalten – entwickeln – wachsen. Schon früh richtete sie ihren Blick auf Menschen, ihre Potenziale und ihre Würde. „Reibung bedeutet: Da passiert etwas“, sagte sie einmal – ein Satz, der ihre Arbeitsweise treffend beschreibt und der zeigt, wie sehr sie Entwicklung als lebendigen Prozess verstand.
Ihr Weg führte sie vom FSJ über das Studium in Münster, das Anerkennungsjahr beim Caritasverband Herne und die Leitung der Sozialstation bis hin zum Wohnheimverbund St. Georg, wo sie Strukturen aufbaute und neue Angebote entwickelte. Seit 2002 prägte sie schließlich das FRAUENHEIM WENGERN – mit Klarheit, Mut und einem tiefen Verständnis für die Menschen, für die sie Verantwortung trug. Ihr Büro im Burghof wurde zu einem Ort der Begegnung, der Entscheidungen und manchmal auch der notwendigen Reibung, die Weiterentwicklung erst möglich macht.
Sie hinterlässt Spuren: in Konzepten, in Strukturen und vor allem in den Menschen, die mit ihr gearbeitet, gelernt, diskutiert und gelacht haben. Ihr Vermächtnis ist ein Appell an Achtsamkeit – im Miteinander, im Blick auf Mitarbeitende und im Umgang mit sich selbst. „Entwicklung gelingt nicht ohne Achtsamkeit“, betonte sie immer wieder. Nun ist Zeit für einen neuen Abschnitt – den des „Loslassens“.